Barbara Wagner

Zurück zur vorherigen SeiteDie Künstlerin arbeitet sowohl als Malerin, als Bildhauerin, nutzt auch das Medium Fotografie, Zeichnungen und grafische Techniken, bevorzugt in räumliche Konzepte eingebracht. Das Bindeglied zwischen diesen sehr heterogenen Verfahren ist die Art und Weise, in der sie sich der Wirklichkeit nähert und ihr Verhältnis zu Geschichte und Gegenwart artikuliert. Es geht um die Sammlung, Sicherung und Lagerung von Dingen, Relikten, Ablagerungen aus Natur, Gesellschaft und Kultur. Objekte und Spuren werden erfasst, konserviert und archiviert, in Schubladen, Schreinen und anderweitigen Behältnissen. Die Vielzahl der Dinge erfährt eine Vereinheitlichung durch ein von ihr bevorzugtes Material: Bienenwachs, entweder weiß gebleicht oder natürlich gelb, mit Spuren von Schmutz, Wachs oder dort eingelagerten Insekten.

In der Verarbeitung von Wachs evoziert sie eine künstlerische Tradition, die zum einen auf Joseph Beuys und seinen energetischen Kunstbegriff zurück verweist. Darüber hinaus bezieht sie sich jedoch auf einen Bildbegriff, der weitaus älter ist als die Ölmalerei. Schon ägyptische Mumienporträts und Ikonen waren in Wachs gemalt. Verstanden wurden diese nicht etwa als Abbild der jeweils gezeigten Gestalt, vielmehr als deren Abdruck, als konkrete Spur eines Antlitzes, das sich hie wie in einem Schweißtuch eingeprägt hat. Das in Wachs geschaffene Bildnis ist zudem außerordentlich fragil. Es figuriert als memento mori, als Inbegriff der Sterblichkeit, doch auch der Erneuerung. Wachs berührt als Substanz Bereiche der Naturwissenschaften, ebenso aber auch der Religion und der Magie. Ein mit Wachs überzogenes Objekt gewinnt einen Charakter als Fetisch, eine Aura des Kultisch-Rituellen. Gleichermaßen beschwört ein in Wachs geformtes Bild – aufgrund der Ähnlichkeit mit dem menschlichen Inkarnat, man denke nur an das Wachsfigurenkabinett oder Plastinate in der Anatomie – erotische Vorstellungen. Die der Natur entnommene Substanz ist in besonderer Weise geeignet, die Wirklichkeit nachzubilden, Illusionen zu schaffen, Transformationsprozesse zwischen Totem und Lebendigem, Erstarrung und Verflüssigung ins Werk zu setzen. Joseph Beuys nutzt Wachs oder Fett zur Veranschaulichung von Polaritäten. Durch Wärmezufuhr lassen sich Verfestigungen psychischer oder physischer Art aufläsen, neue Entwicklungen in Gang setzen, geistige und darüber auch gesellschaftlichen, nicht zuletzt auch ökonomische Veränderungen herbeiführen.

Dr. Christoph Kivelitz

 

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Barbara Wagner entwickelt ihre künstlerische Arbeit in unterschiedlichen Werkgruppen. Im Zentrum steht dabei eine in gewaltigen Schubladen zusammen getragene Ansammlung von Dingen und Objekten, die durch einen Wachsüberzug äußerlich vereinheitlicht und dem direkten Zugriff des Betrachters entzogen worden sind. Die äußere Gestalt gibt zwar noch den ursprünglichen Kontext, Gebrauchsspuren, Funktionszusammenhänge zu erkennen. Durch die Wachsschicht sind die Dinge jedoch in ihrer jeweiligen Zuständlichkeit konserviert und musealisiert, in der Vereinheitlichung von Farbe und Faktur in Objekte der ästhetischen Anschauung transformiert. (...)
Indem sie Fundstücke aus ihren Funktionszusammenhängen löst und ästhetisch verfremdet, verändert sie deren Semiotik und erreicht damit eine Irritation, die Aufmerksamkeit für Unbewusstes und Vergessenes schafft. Dabei findet sie einen sinnlichen Ausdruck für Vorstellungen, die kaum logisch-rational greif- oder fassbar sind. Sie verweist auf Gewesenes ebenso wie auf Mögliches.

Dr. Christoph Kivelitz

 

Wie ein dokumentarischer Speicher fungiert auch die gesamte Installation, Archiv tituliert. In Schubladen eines Plan- beziehungsweise Papierschrankes liegen Objekte unbekannter Herkunft. Suchenden Blicks entdecken wir Formen, die uns an Pflanzliches, etwa an Zweige, Stöckchen, Blätter denken lassen, doch ohne die vertraute Gewissheit, mit der wir sonst die Dinge des Alltags erkennen.
Anders als im Wachsfigurenkabinett verfremdet hier das Wachs die alltäglichen Dinge. Die wächserne Schutzschicht bewirkt, dass diese kleinen Nebensächlichkeiten aus der Schublade für Unbeachtetes in unserem Kopf heraus fallen und wir Ihnen neue Aufmerksamkeit und Wahrnehmung schenken.

Ariane Hackstein

 

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Eine kulturhistorische Perspektive eröffnet schließlich eine Serie von Bildtafeln, die – wiederum aus Wachs gestaltet – fotografische Aufnahmen in sich zu bergen scheinen. Doch in einem komplexen Arbeitsvorgang hat Barbara Wagner das fotografische Bild dem Wachs unmittelbar eingeprägt. Es gibt gewissermaßen kein materielles Bild, allein Hell-Dunkel-Werte-, die sich als Abdruck hier eingezeichnet haben und einen schattenhaften Reflex von Wirklichkeit vermitteln, als Widerschein des Vergangenen in unsere Gegenwart hinein. Die Fragilität und Inkonsistenz dieser Tafeln versetzt den Betrachter an die Schwelle zwischen Traum und Realität, dem Höhlengleichnis von Platon nicht ganz unähnlich, an der das Bild sich permanent aufzulösen und neu zu formen scheint. Dem Betrachter ganz nah, und doch in diffuse Ferne entrückt, vermittelt sich eine Suggestion, die nicht greif- und fassbar ist, allein in der Vorstellung sich als konkrete Präsenz behaupten mag. Es geht nicht allein um die Dokumentation einer gelebten Vergangenheit oder einer persönlichen Erinnerung, vielmehr um die Veranschaulichung einer Wirklichkeit, die sich in der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher zeitlich-räumlicher Ebenen, zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft vieldimensional entfaltet.

Dr. Christoph Kivelitz

 

Niemandsland lautet der Titel dieser kleinen Serie von Landschaftsbildern.
Vage und verschwommen erkennen wir Bäume und Landschaftliches. Sie verwendet vorgefundene Fotografien (niemals eigene Fotos), Fotos von Bäumen und Brachland, beliebige Landschaftsmotive sind ihre Bild-Grundlage. Sie nimmt das unspektakuläre Motiv, vergrößert das Foto und gliedert das Bild durch verschieden viele Wachsschichten in  horizontale Zonen. Wie durch einen Vorhang wird uns damit der ursprüngliche Bildgrund entzogen. Das aufgetragene Wachs schafft Distanz zum ursprünglichen Abbildhaften. Wir erleben die Beschichtung einmal als unmittelbaren räumlichen Abstand, zum Anderen schaffen die Wachs-Ablagerungen aber auch eine zeitliche Distanz, das Bild der Wirklichkeit scheint historisch entrückt, es verschwindet.

Zu diesem zeitlichen Aspekt kommt hinzu, dass Bienenwachs einem Alterungsprozess unterliegt und sich mit der Zeit verfärbt; und ebenso wie bei Papierfotos verändert sich mit der Zeit auch die Farbe unserer Erinnerungen, sie verblassen allmählich. Durch die Wachsbeschichtung verlieren die Fotos Ihre trügerische Eindeutigkeit, eine neue Ungewissheit macht sie spannend und rätselhaft. Als Betrachter dieser Bilder schlüpfen wir unweigerlich in die Rolle eines Detektivs, wir beginnen zu recherchieren, versuchen zu erkennen, was auf dem Grund der Bilder ruht, was sie ursprünglich / „wirklich" zeigen.

Die Bodenobjekte muten pflanzlich beziehungsweise organisch an. Hier mumifizierte Äste, dort unbestimmbare Hohlkörper Hülsen tituliert. Die große gefäßartige Form erinnert mich an eine Amphore, ein Behältnis mit Hals, ein Wort, das wir übrigens sowohl für ein Gefäß wie auch für den organischen Körper gebrauchen. Bei meiner Vorbesichtigung legte mir Barbara eine der kleineren Formen zur Begutachtung in die Hand und einen Momentlang beschlich mich beim Hineinschauen in dieses röhrenartige Etwas ein leichtes Gefühl des Ekels, stiegen doch Bilder von Innereien, von Körpergefäßen, von nicht verbal Fassbarem in mir auf. Ungeschönt, roh auch die hängen gelassene Nahtfäden. Die plastische Form entsteht wie eine Korsage: Stoffe werden gewickelt und durch ein mehr oder weniger straffes Zusammennähen erhält der Corpus seine Form. Dieses Prozedere braucht seine Zeit, denn die zum Teil meterlangen Nähte werden Stich für Stich mit der Hand genäht.

Ariane Hackstein

 

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Bei den Zeichnungen muss auf etwas hingewiesen werden, was man nicht auf Anhieb sieht: oft bestehen die Zeichnungen aus mehreren übereinander gelegten, transparenten Papierblättern. Jedes der Blätter ist unterschiedlich bearbeitet: mit Bleistift, verschiedenenfarbigen Wachsstiften und Kreiden und oft noch anderen Materialien wie Gouache, Tippex usw. Die unteren Blätter schimmern durch die über ihnen liegenden mehr oder weniger deutlich hindurch. Auf dem obenauf liegenden Blatt sehen wir auf virtuose Weise ungelenk wirkende Spuren sowie Tilgungen und Übermalungen. Wir sehen außerdem offene und geschlossene Formen, flüchtig huschende und insistierende, fast sture Striche, Lineamente wie Tierspuren und andererseits bohnenförmige, kokonartige Figurationen.
Durch den mehrlagigen Bildträger sowie durch die Tilgungen und Übermalungen entsteht ein interessantes Wechselspiel von Zeigen und Verhüllen, das mich an so genannte Palimpsest erinnert, antike oder mittelalterliche Pergamente, von denen die ursprüngliche Beschriftung abgeschabt wurde, um sie neu beschriften zu können. Dies erinnert mich wiederum an Schreibtafeln aus Wachs, die gleichfalls – nach einer Glättung – neu beschriftet werden konnten, also, wenn man so will, auch unter den lesbaren mehr oder weniger unlesbare Zeichen bergen. Und mit dem Stichwort „Wachs“ hätten wir eine zugegebenermaßen etwas an den Haaren herbeigezogene Verbindung zu anderen Werkgruppen Barbara Wagners hergestellt.
Die Zeichnungen haben aber noch mehr und vielleicht offensichtlichere Gemeinsamkeiten mit den Objekten oder den Wachsbildern. Da wäre die naturhafte Farbigkeit zu nennen: Umbra, Terrakotta, Schwarz und Weiß. Naturhaft ist auch die Eigenschaft der Zeichnungen, aus mehreren Lagen zu bestehen: wie in Wachstumsringen liegen die Blätter übereinander, das obere, wie bei einer Baumrinde, mit der charakteristischen, markanten Zeichnung. Aber auch diese wirkt, wie alles, vorläufig, transitorisch, es gibt keine endgültige Form. So gibt Barbara Wagner zu erkennen, dass ihr der schöpferische Prozess oder die Performance, wie man heute gerne sagt, wichtiger ist als die Produkte dieses Prozesses. Leicht kann man sich vorstellen wie Barbara Wagner, wenn sie die Zeichnungen wieder abgehängt hat und zu Hause aufbewahrt, sie aus dem Rahmen nimmt und ein neu gezeichnetes Blatt hinzu fügt, welches die alte Zeichnung verdeckt und doch, wenn auch nur schwach, durchschimmern lässt.
Nach meinem Empfinden geht es Barbara Wagner nämlich nicht darum, irgendetwas ganz der Sichtbarkeit zu entziehen. Mir scheint, es geht, wie bei den Bäumen, Ästen, und Zweigen nicht ums Verhüllen, sondern ums Einhüllen, Schützen, nicht ums Verbergen, sondern ums Bergen. Wie die Funktion des bevorzugten Materials Barbara Wagners, des Wachses, in der Volksmedizin ja unter anderem das Heilen war. Wachs wurden aber darüber hinaus Zauberkräfte zugesprochen. So gesehen, verzaubert Barbara Wagner auch die Fotos, die sie mit Wachs überzieht und dadurch verfremdet.
Fremdmachen des Bekannten, Geläufigmachen des Unbekannten, das war eine Strategie der romantischen Kunstphilosophie, ebenso die Favorisierung des Schaffensprozesses gegenüber dem vollendeten Werk. Novalis nannte diese Strategie „Romantisieren“. Kunst- und Ideengeschichtlich betrachtet lässt sich Barbara Wagners Konzept ebenso einleuchtend hiermit wie mit Twombly oder Tapies oder Beuys in Verbindung bringen (der ja bekanntlich seinerseits romantisches Ideengut kannte und zu aktualisieren versuchte).
Dr. Ulrich Heimann

 

Parallel zu den mühsamen und langsamen Werkprozessen der Objekte entstehen schnelle und flüchtige Zeichnungen auf Papier. Barbara Wagner ist eine leidenschaftliche Zeichnerin, eigenständig stehen ihre Studien neben dem plastischen Werk. Vorsprachlich oder pränatal scheinen mir die Lineaturen und angedeuteten Formen – in ihren Zeichnungen versteckt sich ein Formenschatz, der im dreidimensionalen in kleiner Auswahl weiterformuliert wird.

Ariane Hackstein

 

Zurück zur vorherigen SeiteHORTUS
In Barbara Wagners Arbeiten steht die Zeichnung am Anfang jedweder künstlerischen Äußerung. Über dieses Medium findet die künstlerische Vision ihren Weg in die Wirklichkeit.
So auch geschehen bei der Entwicklung und Konzeption der Rauminstallation HORTUS. Zuallererst entstanden kleinformatige Skizzen von Blattformen, Kapseln, Früchten oder floralen Strukturen. Im Anschluss daran transformierte die Künstlerin - innerhalb eines gestalterisch-experimentell gründenden Vorgangs - die Zweidimensionalität der Zeichnung in die Dreidimensionalität des Objekts.
Im Raum der Installation fokussiert der Betrachter zunächst ein Arrangement auf einem hüfthohen Glastisch mit Stahlfüßen. Auf ihm liegen mehrere mittelgroße elfenbeingelb farbige Gebilde. Bei näherer Betrachtung identifizieren wir diese Gebilde als Früchte. An ihrem einen Ende, quasi im Übergang von Blüte zu Stängel, schlängelt ein schmales helles Band, das an eine Nabelschnur denken lässt, bis auf den Boden. In ihm materialisiert sich der Gedanke, dass der Erde alles Leben und alle Kraft entstammen.
Zu Füßen des Tisches und im ganzen Raum - wie in Nestern verteilt - finden sich in variierenden Anordnungen zahllose kleine länglich-schmale sowie einige größere Gebilde. Alle sind mit Wachs überzogen. Wachs ist für Barbara Wagner ein elementares Werkmaterial. Schon in der Antike diente es als Speichermedium von Erinnerung. So konserviert die Künstlerin in der Wachsummantelung ihrer Naturobjekte die Erinnerung an Natur und an ihre Formen.
Bei genauer Betrachtung entpuppen sich die kleinen länglich-schmalen Gebilde nämlich als getrocknete eingerollte Blätter und die größeren als Nachbildungen von Kokons. Sie erinnern an die Transformation der Raupe zum Schmetterling und damit an die Wandlungsfähigkeit von Natur und Umwelt.
Eine Wand des Raumes ist beinahe komplett mit einer Serie mittelformatig großer Zeichnungen bedeckt. Deren bildnerische Elemente wie Blatt- und Blütenstrukturen oder assoziativ anmutenden Umrisse von Früchten sind manchmal in klarer und manchmal in komplexer kompositorischer Struktur auf Transparentpapier mit Kohle, Grafit und Ölkreide ausgeführt. Sie nehmen im Übergang von Zeichnung zur Malerei die Uridee der Arbeit auf.
Auf einer zweiten Wandfläche bildet eine Reihe von unterschiedlich großen farbigen Wachstafeln ein weiteres beeindruckendes Bild. Bei diesen, die malerische wie bildhauerische Elemente in sich vereinigen, bewegt sich die sorgfältig aufeinander abgestimmte Farbigkeit innerhalb nahe beieinander liegenden Farbfamilien. Innerhalb der durchscheinenden Farbigkeit zeigen sich sowohl floral anmutende Strukturen als auch Oberflächen, die an erdgeschichtlich-geologische Gesteinsschichten erinnern. In einer sich ständig verändernden Beleuchtungssituation entdeckt der Betrachter im chargierenden Lichtspiel feine Verästelungen, Linien und Bögen. Auf den Wachstafeln schimmern in ihrem Grund Körperfossilien und filigrane pflanzliche Gebilde als Zeugnisse vergangenen Lebens. Wachsschicht für Wachsschicht wurden Fossil und Wachs miteinander verarbeitet. Diese Naturobjekte, in Wachs eingefasste Pflanzen, funktionieren als „Zeugen unseres Naturgedächtnisses“.
Das Thema, das Barbara Wagner in ihrer Rauminstallation HORTUS umgesetzt hat, ist sicher die Natur sowie die Naturempfindung in unserem Alltag. Sie zeigt auf: die Fähigkeit der Natur, sich zu verändern, sich zu transformieren sowie sich stets zu erneuern. Dies wird dem Betrachter, der sich in einer Zeit bewegt, die von technologischem Fortschritt bestimmt ist, über das Mittel des künstlerischen Ausdrucks in Erinnerung gerufen.
Dagmar Winkler M.A.

 

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Hierzu sammelt Barbara Wagner Äste, Stäbe, Zweige, die  - jeweils ein Bündel tragend – in den Raum eingehängt werden. Das Bündel evoziert die Geburt eines Menschen. Das Kleinkind wurde in früheren Zeiten ja tatsächlich wie ein Bündel in die Bäume gehängt, um es so, im Winde wippend, zum Schlafen zu bringen und ihm den Eindruck einer geborgenen schwebenden Bewegung, wie schwerelos, im Mutterleib aufgehoben, zu vermitteln. Das Bündel steht auch für den Übergangszustand einer Verpuppung, in dem die Raupe sich in einer Metamorphose zum Schmetterling verwandelt, ikonographisch vielfach als Sinnbild der Vergeistigung, Auferstehung und Erneuerung gedeutet. Sein Bündel packen bezeichnet das Sich-auf-den-Weg-machen, auf-die-Reise-gehen, um Neues zu erkunden, Altes hinter sich zu lassen. So vollzieht sich auch hier – symbolisch – eine Wandlung, Veränderung, bewegen wir uns mit der Künstlerin in eine Situation des Übergangs.

Dr. Christoph Kivelitz

 

© Barbara Wagner